Pflegelexikon

Schwerhörigkeit

Der medizinische Fachbegriff für Schwerhörigkeit lautet Hypakusis. Hierunter versteht man eine Minderung des Hörvermögens. Die Beeinträchtigung kann dabei von einer leichten Hörminderung bis zu Störungen reichen, bei denen die Betroffenen auf Hörhilfen oder visuelle Hilfen angewiesen sind. Mit fortschreitendem Alter sind in der Regel zunächst die hohen Frequenzen und allmählich auch die tieferen schwerer zu hören. Generell werden Männer von der Altersschwerhörigkeit mehr betroffenen als Frauen.

 

Ursachen

Schwerhörigkeit tritt vor allem mit zunehmendem Alter auf, wenn das Gehör in seiner Leistungsfähigkeit nachlässt. Man unterscheidet je nach Ursachen zwischen Mittelohr- und Innenohrschwerhörigkeit. Im ersten Fall liegt eine Schallleitungs- und im zweiten Fall eine Schallempfindungsstörung vor. Die Altersschwerhörigkeit ist vor allem durch den Verschleiß der Haarzellen im Innenohr bedingt, es kann aber auch ein Sprödewerden der Membrane die Ursache sein. Gründe für Schwerhörigkeit können zudem zu starke Schwingungen im Ohr sein, wie sie z. B. durch das Hören zu lauter Musik vor allem über Kopfhörer ausgelöst werden. Toxische Schäden z. B. durch das Antibiotikum Streptomycin, Krankheiten wie Meningitis und Mumps können weitere Verursacher von Schwerhörigkeit sein. Auch die vermehrte Bildung von Ohrenschmalz oder das nach hinten Schieben des Ohrenschmalzes während der Ohrreinigung führen dazu, dass sich Ohrschmalz im Gehörgang ansammelt und ihn verschließt. Ebenfalls führen vermehrtes Knochenwachstum im Gehörgang (Exostosen) oder Verengungen (Stenosen) durch Narben oder Entzündungen zu Beschwerden oder einer fortschreitenden Hörminderung.

 

Hilfen

Es gibt verschiedene Hörhilfen wie Hörgeräte, mit denen den Betroffenen bis zu einem mittleren Grad an Schwerhörigkeit geholfen werden kann. Spezielle Implantate, die aus einem Sprachprozessor und einem Mikrofon bestehen, helfen Gehörlosen und Ertaubten, wenn deren Hörnerv noch funktionsfähig ist.

 

Prophylaxe

Bei einer Veränderung der Hörwahrnehmung sollte der HNO-Arzt aufgesucht werden. Er klärt die Ursachen und entscheidet über eine wirksame Therapie. Ein plötzlicher Hörverlust darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Hierbei sollte sofort ein Spezialist aufgesucht werden. Um einer chronischen Schwerhörigkeit vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, übermäßigen Lärm zu meiden. Während im Arbeitsschutz eine Lärmbelastung von maximal 85 Dezibel festgeschrieben ist, wird in vielen Bereichen der Freizeit und des Alltags dieser Grenzwert überschritten. Hier ist jeder einzelne gefordert, unnötige Lärmbelastungen zu meiden.

 

Verwandte Begriffe:

Hörsturz