Pflegelexikon

Altenpflege: Schlafapnoe

Schlafapnoe

Unter Schlafapnoe versteht der Mediziner die mit dem nächtlichen Schnarchen einhergehenden Atemaussetzer. Das Schnarchgeräusch entsteht durch hohe Luftgeschwindigkeit, wodurch Weichteile im Rachen beim Ein- und Ausatmen in Schwingungen geraten. Während des Schlafes sind Zunge und andere muskulöse Bestandteile des Rachens zeitweise völlig entspannt. Die Zunge rutscht tiefer in den Rachen, die verbleibende Rachenöffnung wird immer kleiner bis sie sich ganz schließt. Damit setzt das Schnarchen aus und der Atemstillstand, also die Schlafapnoe, beginnt. Auch bei gesunden Menschen kommen Atemaussetzer in der Nacht vor. In der Regel wacht der Schläfer hierbei auf.

 

Die Folgen

Wenn die Anzahl der Aussetzer über 300 Mal in der Nacht steigt, ist gefährlicher Sauerstoffmangel das Resultat. Die Atemstillstände beeinträchtigen das gesamte Herzkreislaufsystem der Betroffenen. Die Patienten schlafen insgesamt sehr schlecht. Schlafapnoe führt zu Tagesmüdigkeit und kann der Auslöser für Bluthochdruck, Herzversagen sowie Herz- und Schlaganfälle sein. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen oder Depressionen können weitere Folgen sein.

 

Therapie

Bei leichten Formen der Schlafapnoe kann eine gezielte Medikation helfen. Zur genaueren Untersuchung des Schlafs ist es sinnvoll, den Patienten in einem schlafmedizinischen Zentrum zu untersuchen.

 

Behandlungsformen

Bei der Überdruckbeatmung trägt der Patient während der ganzen Nacht eine dicht schließende Atemmaske. Über diese Maske wird während der ganzen Nacht kontinuierlich Luft zugeführt, die aus einem elektrischen Druckgenerator kommt. Hierdurch entsteht im Nasen-Rachen-Raum ein ständiger Unterdruck. Zu den Nebenwirkungen der Behandlung gehört, dass durch die kalte Beatmungsluft die Schleimhäute austrocknen. Dieser Umstand lässt sich durch Zubehör wie spezielle Luftbefeuchter beheben. Anfangs störend sind die Geräusche des Druckgenerators, an die sich die meisten Patienten erst gewöhnen müssen. Aber auch dieser Nachteil wurde in letzter Zeit durch technische Maßnahmen weitgehend gelöst. Bei manchen Patienten kann eine Veränderung der Nasenscheidewand oder an den Nasenmuscheln der Grund der Schlafapnoe sein. Der Arzt berät in diesen Fälle über die geeignete Behandlung. Eine neuartige und noch nicht anerkannte Behandlungsmethode setzt auf Zungentraining. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass bei ungefähr zwei Drittel der Betroffenen eine Heilung möglich ist. Hierbei werden die Zungenmuskeln, die für das Zurückfallen der Zunge verantwortlich sind, elektrisch stimuliert.

 

Prophylaxe

Was kann jeder einzelne tun, um die nächtlichen Atemaussetzer zu vermeiden? Es wird empfohlen, Alkohol und betäubende Medikamente zu meiden. Übergewichtige sollten ihr Gewicht reduzieren. Oft hilft auch, den Oberkörper beim Schlafen hoch zu lagern und auf die Rückenlage beim Schlafen zu verzichten.

 

     

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