Pflegelexikon
Viele Menschen schlafen im Alter schlechter als in jungen Jahren. Verantwortlich sind hierfür oft biologisch bedingte Prozesse, also nicht unbedingt krankhafte Erscheinungen. Nicht alle Störungen weisen eindeutige Symptome auf, so dass die Ursachen nicht immer leicht zu klären sind.
Verkürzte Tiefschlafphasen
Der Anteil des Traumschlafs verändert sich im Alter nicht. Dieser so genannte REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) mit schnellen Augenbewegungen macht rund 20 bis 25 Prozent des Schlafes eines Erwachsenen aus. Allerdings verkürzt sich der Tiefschlaf bei Senioren deutlich. Der Schlaf älterer Menschen ist häufig anfällig für Störungen, so dass schon ein Umgebungsgeräusch wie ein Hundebellen zum Aufwachen führt. Dadurch haben viele Senioren Schwierigkeiten durchzuschlafen.
Nur ein kurzes Nickerchen zwischendurch
Falsch ist die Annahme, dass ältere Menschen weniger Schlaf benötigen als jüngere. Mögliche Schlafverluste können sie aber leicht ausgleichen, indem sie ein Nickerchen zwischendurch halten. Allerdings sollte der Mittagsschlaf nicht zu lange ausfallen, sonst stellt sich abends keine Müdigkeit ein. Rund 30 Minuten, raten Experten, reichen aus, um neue Kraft zu schöpfen.
Krankheiten und Medikamente
Studien haben gezeigt, dass sich das Schlafmuster jenseits der 60 kaum noch verändert. Ursachen für schlechten Schlaf sind auch oft Krankheiten oder Medikamente. Asthma, Herzerkrankungen oder Arthritis können Gründe für Schmerzen oder Husten mit negativen Folgen für den Schlaf sein. Auch ein erhöhter Harndrang ist in vielen Fällen für nächtliches Aufwachen und die Unterbrechung des Schlafes verantwortlich.
Eine enge Wechselbeziehung besteht zwischen Schlaf und Depressionen. Der Tod eines geliebten Menschen hat nachgewiesenermaßen eine große Auswirkung auf die Qualität der Ruhephasen. Bei Depressionen und Angstzuständen kann eine psychotherapeutische oder medikamentöse Therapie sinnvoll sein.
Koffein, schwere Mahlzeiten, Alkohol
Koffein und schwere Mahlzeiten besonders zu später Stunde können ebenfalls Gründe für schlechten Schlaf sein. Ein Gläschen Wein wirkt dagegen in vielen Fällen einschläfernd. Zuviel Alkohol stört allerdings den Tiefschlaf.
Aktivität
Wer sich regelmäßig bewegt und seine sozialen Kontakte pflegt, fördert sein Wohlbefinden und nachweislich auch seinen guten Schlaf. Studien haben ergeben, dass Senioren mit einem ausgefüllten Tagesablauf, festen Aufgaben und konkreten Zielen besser schlafen als Gleichaltrige mit vorwiegend passiven Tagen. Wer körperlich aktiv ist, sollte allerdings spätestens zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen zur Ruhe kommen. Wer sich abends noch etwas Gutes tun will, kann den Tag mit einem gemütlichen Abendspaziergang ausklingen lassen.
Schlafhygiene
Das Schlafzimmer sollte nicht zu kalt und nicht zu warm sein. Temperaturen um die 18 Grad Celsius sind ideal. Ausreichend Frischluft ist für das Wohlbefinden wichtig.
Schlafmittel
Der missbräuchliche Konsum von Medikamenten nimmt im Alter zu. Nur der Arzt kann entscheiden, welches Medikament im Einzelfall sinnvoll ist. Einschlafstörungen verlangen nach einer anderen Behandlung als Durchschlafstörungen. Eine gezielte und auch begrenzte Einnahme von Medikamente muss dabei das Ziel sein.
Ärztliche Hilfe
Dauern Schlafprobleme länger als einen Monat an und leiden darunter die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, sollte der Arzt aufgesucht werden. Eventuell verweist er an den Schlafmediziner, der anhand von Untersuchungen und Labortests eventuell auch in einem Schlaflabor den Ursachen nachgeht.
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