Pflegelexikon
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine in vielen Punkten noch unerforschte Krankheit, über die viele Irrtümer bestehen. MS ist keine tödliche Krankheit, sie ist nicht ansteckend und nicht erblich bedingt. Es handelt sich bei MS um eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Die Entzündung tritt verstreut im Gehirn und Rückenmark auf. Dadurch entstehen Störungen bei der Signalübermittlung vom Gehirn über das Rückenmark an den Körper. Schwierigkeiten beim Sehen und bei der Koordination von Bewegungen können z. B. die Folge sein. Die meisten Beschwerden aufgrund von MS werden auch durch andere Krankheiten verursacht. Dies macht die Diagnose von MS in ihrem Frühstadium schwierig. In den letzten Jahren wurden jedoch zahlreiche neue Verfahren zur Erleichterung der Diagnose entwickelt.
Was ist ein Schub
Treten ein oder mehrere Entzündungsherde mit begleitenden körperlichen Störungen auf, so nennt man dies Schub. Dieser kommt nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über Stunden oder mehrere Tage und ebbt danach wieder ab.
Der Verlauf von MS
Über den Verlauf von MS bestehen zahlreiche Missverständnisse. Fest steht, dass sich die Krankheit von Patient zu Patient sehr unterschiedlich entwickelt. Bei einer Vielzahl von Erkrankungen ist der Verlauf gutartig. In diesen Fällen heilen die Entzündungsherde weitgehend ab und die zu Beginn festgestellten Symptome gehen fast vollständig zurück. Eine MS muss also nicht zwangsläufig schwer verlaufen. Auch wenn sich die Störungen nicht komplett zurückbilden, bleiben oft nur geringe Beeinträchtigungen zurück. Untersuchungen belegen, dass nur in rund 5 % der Fälle die Krankheit innerhalb weniger Jahre zu schwerer Behinderung führt.
Die Ursachen für MS
Wissenschaftler machen ein Bündel von Ursachen für die Entstehung von MS verantwortlich. Ein Grund ist ein gestörtes Immunsystem. Aufgabe dieses Abwehrsystems des Körpers ist der Schutz vor Krankheitserregern. Bei MS-Kranken ist dieser Abwehrmechanismus teilweise falsch programmiert und richtet sich gegen den eigenen gesunden Körper. Durch Fehlsteuerungen kommt es zur Bildung von Antikörpern, die sich an die Nervenfasern heften und dort Schädigungen und Störungen verursachen.
DMSG
Die Unsicherheit über den Verlauf der Krankheit belastet die Betroffenen. Bei Fragen und Ängsten helfen der Arzt oder Interessenverbände weiter, z. B. die Deutsche Gesellschaft für Multiple Sklerose (www.dmsg.de)
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