Pflegelexikon
Infektionserreger können durch Körperkontakt, durch die Luft, über Blut, Blutprodukte, Nahrung und Wasser oder über Tiere übertragen werden. Hygienische Maßnahmen dienen dem Schutz des Patienten und der Pflegekraft. Sie sollen helfen, dass Infektionserreger im Rahmen der Pflege von einer Person auf eine andere übertragen werden.
In der medizinischen Versorgung werden verschiedene Infektionswege unterschieden. Zum einen wird der direkte Körperkontakt genannt, hierbei hauptsächlich die Hände des Personals. Beim indirekten Kontakt werden die Krankheitserreger über belastete Gegenstände, die zum Beispiel mit Schleimhäuten oder offenen Wunden in Berührung kommen, übertragen. Weiterhin können Erreger durch kleinste übermittelte Tröpfchen weitergegeben werden, zum Beispiel beim Husten. Diese so genannten Aerosole übertragen allerdings nur eine Infektion, wenn sie eine gewisse Zeit in der Luft überleben und dann in infektionstüchtigen Zustand inhaliert werden. Infektionen können prinzipiell auch entstehen über Staubpartikel, die mit Erregern belastet sind, und Hautschuppen, die Bakterien tragen.
Händewaschen und Händedesinfektion sind die wichtigsten Maßnahmen, um Infektionen zu vermeiden. Die Desinfektion ist dabei wirkungsvoller als das bloße Händewaschen. Bei der Händedesinfektion wird vorzugsweise ein alkoholisches Desinfektionsmittel auf den Händen, auf den Fingerkuppen und zwischen den Fingern verrieben, bis die Hände trocken sind. Bei einer Desinfektion werden die meisten Keime beseitigt.
Handschuhe bedeuten beim Umgang zum Beispiel mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Sekreten einen wirksamen Schutz. Dabei müssen die Handschuhe zwischen den Kontakten mit verschiedenen Patienten gewechselt werden und anschließend am besten noch eine Desinfektion durchgeführt werden, denn Handschuhe ersetzen keinesfalls die Desinfektion der Hände.
Schutzkittel oder Einmalschürzen sind ratsam, wenn eine Verschmutzung der Arbeitskleidung etwa durch Blut oder Körperausscheidungen möglich ist.
Die Atemwege sind am häufigsten von Infektionskrankheiten betroffen. Verspürt eine Pflegekraft selbst Krankheitszeichen an den Atemwegen, ist es ratsam, einen Mundschutz anzulegen. Er dient auch als Barriere gegen unwillkürliches Verwischen von Sekreten und zum Schutz vor einer Schmierinfektion, zum Beispiel bei Herpes.
Auch die Räume, in denen der Patient sich aufhält, sind möglicherweise von Krankheitserregern belastet. Im Einzelfall ist zu entscheiden, ob eine Reinigung der Flächen ausreicht oder eine für den Patienten belastende Desinfektion notwendig ist.
Krankheitserreger werden durch die normale Wäsche in der Maschine vernichtet. Besondere Vorsichtsmaßnahmen sind nur im Rahmen von Auswurf, der bei Patienten mit meldepflichtigen, übertragbaren Krankheiten anfällt, erforderlich.
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