Pflegelexikon
Das Gehirn ist ein Organ, das gefordert werden möchte. Wer in seinem Leben viel lernt und sich immer wieder mit Neuem beschäftigt, beugt Gedächtnisstörungen vor. Beim Lernen setzt sich das Gehirn mit neuen Reizen auseinander. Dadurch vernetzen sich Gehirnzellen und es bilden sich neue Kontaktstellen, die so genannten Synapsen. Je größer die Dichte der Synapsen im Gehirn ist, desto besser scheint es gegen das Absterben von Gehirnzellen geschützt zu sein.
In unserem Kurzzeitgedächtnis merken wir uns Informationen, die für unser Leben nur eine eingeschränkte Bedeutung haben: beispielsweise Namen, Zahlen und Fakten zur Organisation unseres Alltags. Diese Angaben, das ist ganz normal, werden kurzfristig wieder vergessen. Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses nach, während die für unser Leben wichtigen Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis nur in begrenztem Umfang verloren gehen. Gedächtnisstörungen gehören zu den häufigsten Beschwerden bei älteren Menschen und sind auf altersbedingte Veränderungen der Hirnleistung, mangelndes Training oder auch Krankheiten zurückzuführen.
Wie jedes Organ benötigt das Gehirn eine ausreichende Durchblutung, um optimal arbeiten zu können. Mit einer gesunden Lebensweise wirken Sie einer Gefäßverkalkung vor. Der Verzicht auf Nikotin und einen hohen Anteil tierischer Fette in der Ernährung (z. B. Wurst, Fleisch, Vollmilch, vollfetter Käse) gehört genauso dazu wie mäßiger Alkoholkonsum, die Vermeidung von Übergewicht und regelmäßige körperliche Bewegung.
Hinter Gedächtnisproblemen können ernsthafte Erkrankungen stehen - etwa Depressionen, Arteriosklerose oder Alzheimer, deshalb sollten sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Ärztliche Untersuchungen geben hier Aufschluss.
Das Gehirn braucht regelmäßiges Training, um fit zu bleiben. Schon mit Hilfe kleiner Übungen halten Sie es auf Trab. Brechen Sie aus der Routine aus. Verabschieden Sie sich einmal am Tag von gewohnten Ritualen, indem Sie z. B. einen anderen Weg zum Supermarkt gehen oder beim Putzen die übliche Reihenfolge der Zimmer ändern. Etwas Neues lernen: Schreiben Sie sich für den Einkauf keinen Zettel, sondern merken Sie sich die benötigten Artikel. Lesen Sie einen Bericht in der Tageszeitung aufmerksam durch und lernen Sie Zahlen und Namen auswendig oder schlagen Sie unbekannte Begriffe nach. Konzentration schulen: Streichen Sie in einem Zeitungsartikel so schnell wie möglich zwei bestimmte Buchstaben durch. Regelmäßiges Gedächtnistraining macht Spaß. Schon zehn Minuten täglich haben nachweislich positive Wirkung. Zahlreiche Kurse werden von den Krankenkassen angeboten.
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