Pflegelexikon
Die Depression ist die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Schätzungsweise 15 Prozent der über 60-jährigen leiden an einer leichten Form von Depression und 11 bis 18 Prozent an einer schweren Form der Krankheit. Schwere Depressionen kommen im Alter nicht häufiger vor als im jüngeren Erwachsenenalter. Die Dunkelziffer der Krankheit ist hoch. Frauen leiden durchschnittlich doppelt so oft an Depressionen wie Männer.
Definition
Bei einer Depression handelt es sich um eine Störung der Gefühlswelt. Sie äußert sich in Lustlosigkeit, Traurigkeit, gedrückter Stimmung. Oft kommen eine verminderte Antriebskraft mit erhöhter Müdigkeit und eine allgemeine Interessenlosigkeit hinzu. Die Patienten schränken oft ihre Aktivitäten ein, ziehen sich aus sozialen Beziehungen zurück und leiden häufig unter Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.
Ursachen
Aufgrund der vielfältigen Symptome bleiben viele Depressionen unerkannt. Die Ursachen können erblich bedingt sein. Hormonstörungen zum Beispiel in den Wechseljahren der Frau zählen zu den biologischen Faktoren. Der Verlust eines Partners oder der gewohnten Umgebung, soziale Isolation oder Schicksalsschläge können außerdem Gründe für Depressionen sein. Auch Krankheiten wie Diabetis mellitus, Krebs oder Alzheimer und Medikamente wie verschiedene Herz-Kreislauf-Präparate oder Kortison zählen zu den möglichen Auslösern. Ebenfalls können stark belastende Erfahrungen aus der Kindheit und negative Selbstbilder zur Depression führen. Bei älteren Menschen stellt sich eine Depression häufig ein, wenn sich ihr Leben durch den Auszug der Kinder verändert oder sie gewohnte Aufgaben und ihren sozialen Status bei der Verrentung verlieren. Zu der saisonalen, auch Herbst- oder Winterdepression genannten Stimmungstrübung führt der Mangel an Tageslicht.
Behandlung
Bei Depressionen sollte der Rat des Arztes eingeholt werden. In der Regel ist die Krankheit gut mit Medikamenten, verschiedenen Verfahren der Psychotherapie oder physikalischen Maßnahmen wie Lichttherapie oder Elektrostimulation behandelbar.
Prophylaxe
Studien belegen, dass sich eine ausgewogene, kohlenhydratreiche Ernährung bei leichten Depressionen positiv auswirkt. Viel Fisch, Obst, Gemüse und Olivenöl werden empfohlen. Fleisch und Nüsse sollten dagegen vermieden werden. Auch sportliche Aktivitäten haben sich als wirkungsvoll erwiesen. Sport in der Gruppe fördert soziale Kontakte, zudem steigern Erfolgserlebnisse das Selbstwertgefühl. Bei leichten depressiven Verstimmungen helfen Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation und viel körperliche Bewegung an der frischen Luft.
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