Pflegelexikon
Demenz bezeichnet den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit. Gemeint ist damit die Abnahme von Gedächtnisleistung und Denkvermögen. Eine normale altersbedingte Vergesslichkeit darf hierbei nicht mit Demenz verwechselt werden. Betroffen ist in der Regel die Aufnahme oder Widergabe neuer gedanklicher Inhalte. Die Patienten verlieren oft die Fähigkeit, sich zu orientieren. Zudem lassen die Urteilsfähigkeit oder das Sprach- und Rechenvermögen nach. Neben Persönlichkeitsveränderungen können auch Depressionen oder Halluzinationen Anzeichen der Krankheit sein. Vielfach haben die Patienten Mühe, Menschen oder Dinge wiederzuerkennen oder gewohnte Tätigkeiten wie Ankleiden oder Einkaufen auszuführen. Demenzen sind der häufigste Grund für Einweisungen ins Pflegeheim.
Demenz kann durch eine Reihe von Erkrankungen entstehen. Eine Ursache ist die Alzheimer-Krankheit. Hierbei stören krankhafte Eiweiße die Nervenzellen in ihrer Funktion und führen in der für Denkprozesse verantwortlichen Hirnregion zu einem Mangel des Botenstoffes Acetylcholin. Prinzipiell können alle Veränderungen im Gehirn, bedingt z.B. durch Durchblutungsstörungen, das Bild einer Demenz hervorrufen. Stoffwechselstörungen wie z.B. Schilddrüsenerkrankungen, chronische Vergiftungen beispielsweise bei Alkoholismus, Gehirntumore oder Gehirn-Infektionen beispielsweise durch Aids oder Meningitis können ebenfalls zu einer Demenz führen, sind aber häufig behandelbar. Erhöhter Blutdruck oder Diabetes mellitus verschlechtern die Symptome einer Demenz oder rufen diese durch Hirngefäßschädigungen mit hervor.
Um dem geistigen Zerfall entgegen zu treten, wird neben der medikamentösen Behandlung zur Verbesserung der Gehirnleistungen heute zusätzliches Hirnleistungstraining in die Therapie einbezogen. Hierbei soll das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt oder zum Stillstand gebracht werden. Ziel ist es, dass die Betroffenen möglichst lange den Alltag bewältigen können. Hierbei können Angehörige einen wesentlichen Anteil leisten und mit den Patienten Situationen des Alltags üben.
Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und reichlich Flüssigkeit sind wichtig. Demente Patienten brauchen einen gut strukturierten Tagesablauf zur Orientierung. Uhren und Kalender sind hierbei wichtige Hilfsmittel.
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