Pflegelexikon

Altenpflege: Dekubitus

Dekubitus

Was ist Dekubitus?

Ein Druckgeschwür oder Dekubitus entsteht durch Wundliegen. Die Wunde kann lediglich die oberflächlichen Hautschichten betreffen, aber auch über die tiefer liegenden Bindegewebsschichten bis zum Knochen reichen. Druckgeschwüre entstehen, wenn einzelne Stellen des Körpers über längere Zeit mit zu viel Gewicht belastet werden. Dadurch werden die Haut und das darunter liegende Gewebe gedrückt. Der Blutfluss wird unterbrochen und dadurch das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Betroffen sind meist Körperstellen, an denen die Haut dem Knochen unmittelbar anliegt, also beispielsweise Fersen, Kreuzbein, Beckenkamm, Schulterblatt und Hinterkopf. Druckgeschwüre bedeuten eine große psychische Belastung für die Betroffenen und können sehr schmerzhaft sein. Jede Bewegung oder körperliche Aktivität wird zur Qual.

Erste Anzeichen für Dekubitus

Bleibende Rötungen, Erwärmungen und Verhärtungen von einzelnen Körperstellen können erste Warnzeichen sein. Je früher eine Hautreizung behandelt wird, desto größer ist die Chance zur Heilung. Ist erst einmal ein Druckgeschwür entstanden, dauert der Abheilprozess oft Monate.

Dekubitus-Prophylaxe

Die Haut sollte aufmerksam beobachtet werden. Eine gute Körperhygiene ist zur Vermeidung von Druckgeschwüren sehr wichtig. Eine feuchte Haut ist leicht reizbar. Schweiß, Wundsekrete, Urin oder Stuhl auf der Haut sollten deshalb vermieden werden. Auf keinen Fall darf die Haut trocken gefönt werden.

Therapie durch Druckentlastung

Keine Therapie des Dekubitus ohne Druckentlastung: Nur durch wirksame Maßnahmen wird die Sauerstoffversorgung der betroffenen Körperstellen wieder hergestellt. Der Fachhandel bietet spezielle Dekubitus-Matratzen und eine Vielfalt an Unterlagen und Hilfsmitteln an, die die einseitige Druckbelastung beim Sitzen und Liegen vermeiden. Angeboten werden etwa mit Luft gefüllte Tempur-Kissen und Schläuche, die gezielt zur Entlastung einzelner Körperpartien eingesetzt werden. Die Entscheidung für ein Entlastungssystem ist abhängig von den individuellen Bedürfnissen des Patienten und dem Schweregrad des Druckgeschwürs.

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