Pflegelexikon
Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 120.000 Menschen an Alzheimer. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt mit steigendem Lebensalter zu.
Starke Unruhe, schwere Gedächtnisstörungen, Schlaflosigkeit, Störungen des Urteilsvermögens und Orientierungsschwierigkeiten sind die wichtigsten Anzeichen, die auf die Krankheit Alzheimer hinweisen. Anfangs versagt das Kurzzeitgedächtnis, werden Namen vergessen und Gegenstände verlegt. Später finden die Patienten sich oft in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr zurecht. Zahlreiche Alzheimer-Patienten fühlen sich verfolgt oder leiden unter großen Angstzuständen. Die gesamte Persönlichkeit verändert sich. Die Patienten sind zunehmend auf Hilfe angewiesen. Bewiesen ist, dass die Krankheit bereits Jahrzehnte andauert, bevor sich erste Symptome zeigen. Im Gehirn lagern sich Eiweißbruchstücke ab, die offenbar die Kommunikation zwischen den Nervenzellen stören. Im Laufe der Zeit sterben die für die Entwicklung von Gedächtnis, Sprache und logischem Denken zuständigen Nervenzellen ab. Durch den Verlust der Nervenzellen schrumpft das Gehirn um bis zu 20 Prozent. Die eigentliche Ursache des Leidens ist bis heute ungeklärt.
Die Alzheimer-Krankheit ist unheilbar. Intensive wissenschaftliche Studien haben die Behandlungsmöglichkeiten allerdings in den letzten Jahren verbessert. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser ist die Chance, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Negative Faktoren, die laut wissenschaftlicher Studien das Krankheitsbild begünstigen, sind psychosoziale Faktoren wie Dauerstress, Partnerschaftskonflikte und das Gefühl von Ohnmacht und allgemeiner Unzufriedenheit.
Neuropsychologische Test helfen, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu ermitteln und Hinweise auf die Krankheit zu geben. Bei den Tests soll der Patient beispielsweise Rechenaufgaben lösen, zeichnen, sich Wörter merken oder einfachen Anweisungen folgen. Wird dieser Test nach einiger Zeit wiederholt, können Verbesserungen oder Verschlechterungen registriert werden. Bei Patienten mit mittlerem und fortgeschrittenem Krankheitsverlauf kann die Schrumpfung des Gehirns durch Bild gebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sichtbar gemacht werden.
Medikamente können helfen, die Kommunikation zwischen den Nervenzellen zu verbessern. Insgesamt steht die Medizin der Krankheit hilflos gegenüber. Denn bislang gibt es keine Arzneien, die das Absterben der Nervenzellen verhindern.
Was können Betroffene tun, um der Krankheit vorzubeugen? Mobilität ist als Prophylaxe sehr wichtig. Wer regelmäßig spazieren geht, musiziert oder tanzt, fördert nachweislich seine Gehirnaktivität. Auch eine gesunde Ernährung beugt vor. Empfehlenswert sind Obst, Gemüse, Fisch und andere Nahrungsmittel, die die Vitamine B, C und E und Omega-3-Fettsäuren enthalten. Auch geistige Aktivitäten halten in Schwung. Gedächtnistraining, Lesen und Schreiben sorgen dafür, dass die Gehirnzellen aktiv bleiben. Experten empfehlen außerdem, soziale Kontakte und Hobbys bis in hohe Alter zu pflegen.
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